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Definitionen

Hohe Chancen bei hoher Sicherheit?

Nicht möglich. Natürlich ist es das Ziel eines jeden Anlegers eine Geldanlage zu finden, die eine hohe Rendite verspricht und trotzdem sicher ist. Es gilt aber, dass eine höhere Rendite sich nur durch höheres Risiko erkaufen lässt. Dieses Phänomen nennt sich Risk-Return-Tradeoff und rührt daher, dass eine Anlage, die von der Gesamtheit der Anleger auf dem Markt als riskanter eingestuft wird als eine andere, selbstverständlich eine höhere Rendite abwerfen muss, damit irgendein Anleger sich überhaupt für die riskantere Anlage entscheidet. Die höhere Rendite kann also gewissermaßen als Entschädigung des Anlegers für sein erhöhtes Risiko verstanden werden. Aus diesem Grund sollte man als Anleger hohen Renditen skeptisch gegenüberstehen und die damit verbundenen Risiken gründlich hinterfragen.

Magical Triangle

Was ist eine Aktie?

Das Eigentum an einer Aktiengesellschaft ist in Bruchteile unterteilt, die durch Aktien verbrieft sind. Früher wurden Aktien mit einem Nennwert ausgegeben, der den nominalen Anteil am Grundkapital der Gesellschaft angab. Seit ihrer Zulassung 1998 haben sich auch in Deutschland Aktien ohne Nennwert (Stückaktien) durchgesetzt, die den Anteil am Grundkapital in Prozent angeben. Aktionäre haften in Höhe des Nennwerts der Aktien und werden durch die Zahlung von Dividenden am unternehmerischen Erfolg (Gewinn) der AG beteiligt. Im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung hat ein Aktionär die Möglichkeit, über die Gewinnverwendung etc. zu entscheiden. Während Stammaktien („Stämme“) dem Besitzer ein Stimmrecht pro Aktie zusichern, haben Vorzugsaktien („Vorzüge“) kein Stimmrecht, erhalten in der Regel jedoch eine etwas höhere Dividende als Stammaktien.

Was ist der Unterschied zwischen Inhaberaktien und Namensaktien?

Diese Unterscheidung wird in Bezug auf die Übertragbarkeit der Wertpapiere getroffen. Das Eigentum und die damit verbundenen Rechte stehen im Falle einer Inhaberaktie schlicht dem Inhaber der Aktienurkunde zu, also dem, der sie momentan in seinem Besitz hat. Im Gegensatz dazu muss bei Namensaktien der Name des Aktionärs im Aktienregister vermerkt werden, damit er zum rechtskräftigen Eigentümer des Unternehmensanteils wird. Hierdurch kann die Aktiengesellschaft einen besseren Überblick über ihre Aktionärsstruktur behalten. Eine Namensaktie ist für den Anleger am Kürzel NA hinter dem Aktiennamen zu erkennen, so zum Beispiel: „Siemens AG NA“. Eine Spezialform der Namensaktie ist die vinkulierte Namensaktie, bei der es zur rechtskräftigen Übertragung der Aktie der Zustimmung der jeweiligen Aktiengesellschaft bedarf. Ein Beispiel hierfür wäre die „Lufthansa AG VNA“. Ist die Aktie weder mit NA noch mit VNA gekennzeichnet, handelt es sich um eine Inhaberaktie. Für den Privatanleger spielen diese Unterscheidungen kaum eine Rolle, da sich bei Kauf und Verkauf keine Unterschiede ergeben

Was ist der Unterschied zwischen Stückaktien und Nennwertaktien?

Alle Stückaktien spiegeln gleiche Anteile am in der Satzung festgelegten Grundkapital wieder. Der Beteiligungsanteil eines Aktionärs an der Gesellschaft ergibt sich also aus der Stückzahl der vom Aktionär gehaltenen Aktien im Verhältnis zur Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien. Bei der Nennwertaktie (auch Nennbetragsaktie) hingegen, wird der Wert als fester Geldbetrag aus dem Grundkapital festgelegt und kann daher zu verschiedenen Nennbeträgen ausgegeben werden. Stückaktien lassen sich an der Abkürzung O.N. erkennen, was für „ohne Nennwert“ steht und nicht wie im Internet weitläufig verbreitet für „ohne Name“. Ein Beispiel dafür ist die „SAP AG O.N.“. Im Gegensatz dazu werden Nennwertaktien nicht gesondert markiert, so wie beispielsweise die Namensaktie von Bayer: „Bayer AG NA“

Was ist Portfoliodiversifikation?

Als Portfoliodiversifikation wird die Aufteilung von Anlagemitteln auf verschiedene Investment-Gegenstände bezeichnet. Je nach Ausrichtung des Portfolios kann dabei eine Aufteilung auf verschiedene Segmente einer Anlageklasse oder aber die Streuung auf verschiedene Assetklassen erfolgen.
Die Diversifikation dient der Optimierung des Chance-Risiko-Profils:

Bei einem gegebenen Risiko soll die Rendite so hoch wie möglich ausfallen bzw. eine bestimmte Rendite soll bei einem so gering wie möglich gehaltenen Risiko erwirtschaftet werden. Ein konservativer Investor, der 100.000 Euro gut diversifiziert anlegen möchte, könnte sich so zu 50 Prozent in defensiven Aktienwerten, zu 30 Prozent in Staatsanleihen sowie zu jeweils 10 Prozent in Immobilien und Rohstoffen positionieren.

Diversification

Was sind Derivate?

So werden an der Börse Finanzinstrumente bezeichnet, deren eigener Wert vom Kurs anderer Finanztitel oder Waren abhängt. Derivate berechtigen zum Kauf oder Verkauf der zugrunde gelegten Werte. Zu den wichtigsten derivaten Finanzprodukten zählen Optionen, Futures, Terminkontrakte und Swaps. Es handelt sich um hochspekulative Werte. Deshalb unterliegt der Handel strengen Kontrollen innerhalb der Banken und durch die Aufsichtsbehörden.


Der Handel mit derivaten Finanzinstrumenten findet entweder an Terminbörsen oder zwischen Banken, anderen Finanzinstituten und sonstigen Unternehmen statt. Die zugrundeliegenden Titel - beispielsweise Aktien, Devisen, Anleihen oder Rohstoffe - werden an den Kassamärkten gehandelt. Derivate berechtigen den Erwerber zum Kauf oder Verkauf der zugrunde gelegten Werte zu einem festen, im voraus vereinbarten Preis zu einem späteren Zeitpunkt. Der Abschluss des Geschäfts und die Zahlung des vereinbarten Preises fallen also zeitlich auseinander. Aus diesem Grund bezeichnet man solche Geschäfte auch als Terminhandel.

Wie kommt ein Aktienkurs zustande?

Der Kurs einer Aktie kann sich teilweise im Sekundentakt ändern. Der Kurs als Preis für die Aktie wird dabei an der Börse zwischen den verschiedenen Marktteilnehmern ausgehandelt. Die Börse funktioniert hier wie ein Marktplatz, an dem Angebot und Nachfrage aufeinander treffen. Jeder Börsenteilnehmer hat dabei seine eigenen Wünsche, zu welchem Preis er eine bestimmte Aktie kaufen oder verkaufen will. Der Kurs der Aktie ist dann letztendlich der Preis, zu dem ein Handel an der Börse zustande kam.
Um diesen Kurs zu finden, werden an den Wertpapierbörsen Aktienmakler mit der Kursfeststellung beauftragt. Während die Börsen diese überwachen und so eine ordnungsgemäße Kursfeststellung sicherstellen, vergleichen die Börsenmakler Angebot und Nachfrage nach einer Aktie und legen den Aktienkurs so fest, dass der höchstmögliche Umsatz erzielt wird, also möglichst viele Aktien den Besitzer wechseln. Diesen Kurs finden die Börsenmakler in der heutigen Zeit nicht mehr durch manuelle Rechnung, sondern unterstützt durch Computersysteme der Börse. Mittlerweile werden die Kurse häufig auch nur noch von Computern ohne menschliche Unterstützung berechnet.
Der Computer stellt dabei, unter Berücksichtigung aller aktuell vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträgen, den Kurs fest, der zum größtmöglichen Umsatz im Sinne der gehandelten Aktienstückzahl führt, bei dem also die größtmögliche Anzahl an Aufträgen erfüllt werden kann. Dabei spielen auch die verschiedenen Orderzusätze eine große Rolle, da viele Aktionäre die gewünschte Aktie nicht nur einfach zu irgendeinem Preis kaufen oder verkaufen wollen, sondern bestimmte Wünsche haben und daher für eine Kauforder meist einen Höchstpreis und für eine Verkaufsorder meist einen Mindestpreis mit angeben, der berücksichtigt werden muss.
Als Beispiel betrachten wir das Orderbuch für die fiktive Hallo AG. Das Orderbuch ist der Platz, an dem alle Kauf- und Verkaufsaufträge gesammelt werden. Für die Hallo AG, deren letzter Kurs bei 55 Euro lag, stehen gegen 10:00 Uhr die folgenden Einträge im Orderbuch:

 

Käuferseite:
Käufer 1 möchte 50 Aktien der Hallo AG kaufen, aber nicht mehr als 57 Euro je Aktie ausgeben. Er versieht daher seine Order mit dem Limit 57 Euro.
Käufer 2 ordert 100 Aktien der Hallo AG. Da er an stark steigende Kurse glaubt, ist ihm sein Einstiegskurs erst einmal egal und er vergibt daher kein Limit für seine Order.
Käufer 3 gibt eine Kauforder für 70 Aktien der Hallo AG auf, limitiert bei 55 Euro.

 

Verkäuferseite:
Verkäufer 1 befürchtet, dass der Kurs der Hallo AG demnächst einbrechen wird und möchte daher seine 40 Aktien so schnell wie möglich loswerden, egal zu welchem Kurs.
Verkäufer 2 glaubt, dass die Aktie noch Potenzial bis 57 Euro hat, bevor eine Korrektur bevorsteht und versieht daher den Verkaufsauftrag für seine 80 Aktien mit einem Limit von 57 Euro.
Verkäufer 3 glaubt sogar, dass die Aktien der Hallo AG noch weiter steigen werden und versieht die Verkaufsorder für seine 110 Aktien mit einem Limit von 59 Euro.
Betrachtet man die drei Kauforders und die drei Verkaufsorders, so würden bei den folgenden Kursen die im Folgenden aufgeführten Käufe und Verkäufe zustande kommen.

 

Kurs 55 Euro:
Insgesamt Kaufaufträge für 220 Aktien (50 Aktien von Käufer 1; 100 Aktien von Käufer 2; 70 Aktien von Käufer 3)
Insgesamt Verkaufsaufträge für 40 Aktien (40 Aktien von Verkäufer 1)
Da es für einen Kurs von 55 Euro zwar jede Menge Kaufaufträge gäbe, aber nur eine Verkaufsorder über 40 Stück, beträgt der mögliche Aktienumsatz zu diesem Kurs 40 Stück.

 

Kurs 57 Euro:
Insgesamt Kaufaufträge für 150 Aktien (50 Aktien von Käufer 1; 100 Aktien von Käufer 2)
Insgesamt Verkaufsaufträge für 120 Aktien (40 Aktien von Verkäufer 1; 80 Aktien von Verkäufer 2)
Bei einem Kurs von 57 Euro liegen also Kauforders für 150 Aktien und Verkaufsorders für 120 Aktien vor. Es könnte also ein Umsatz von 120 Aktien erzielt werden.

 

Kurs 59 Euro:
Insgesamt Kaufaufträge für 100 Aktien (100 Aktien von Käufer 2)
Insgesamt Verkaufsaufträge für 230 Aktien (40 Aktien von Verkäufer 1, 80 Aktien von Verkäufer 2; 110 Aktien von Verkäufer 3)
Bei einem Kurs von 59 Euro liegen also Kauforders für 100 Aktien und Verkaufsorders für 230 Aktien vor. Der mögliche Umsatz zu diesem Kurs läge also bei 100 Aktien.


Da bei einem Kurs von 57 Euro also der größtmögliche Umsatz bei der Aktie zustande käme (120 Stück), wird der Kurs vom Computer zu diesem Preis festgesetzt und alle entsprechenden Verkaufsorders werden erfüllt. Bei den Kaufaufträgen erhält Käufer 1 nur 20 statt der georderten 50 Aktien, da er seinen Kaufauftrag nicht mit dem Zusatz "All or none" (erlaubt nur eine Gesamtausführung der Order) versehen hat und zudem ein Kurslimit gesetzt hatte. Hier hat Käufer 2, der die Aktien ohne Limit, also billigst, kaufen wollte mit seiner Order Vorrang.